Filmkritik: Die Gefährten (Abenteuerfilm, auf DVD)


Darsteller: Jeremy Irvine, Emily Watson, Niels Arestrup, Tom Hiddleston, Celine Buckens

Drehbuch: Lee Hall, Richard Curtis

Regie: Steven Spielberg


Zur Handlung

Spielbergs neuester Film erzählt die Geschichte eines einfachen Pferdes, das niemals aufgibt und von den Äckern Irlands auf die alptraumhaften Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs verschlagen wird. Dort wechselt es unter dramatischen Umständen mehrmals den Besitzer und gerät zwischen die Fronten.


Meine Meinung

Ein durchaus epischer und aufwendiger Film, den Spielberg da gedreht hat. In malerischen, leuchtenden Farben und abwechslungsreichen Kulissen folgt der Zuschauer dem Pferd auf dessen Irrfahrt durch eine Welt, in der der Mensch sein größter Feind ist. Das Pferd ist im Grunde ein unschuldiges Opfer, das vom Menschen gnadenlos als Werkzeug für seinen sinnlosen Krieg missbraucht und verheizt wird.

„Die Gefährten“ hat einige spannende Momente, wirkt aber stellenweise sehr kitschig, schnulzig und rührselig. - Wenn es um Pferde in der Hauptrolle geht, verfällt die Film- und Fernsehindustrie schnell in dieses Schema. Daran hat sich seit den Tagen von „Fury“ wenig geändert.

Die ganze Inszenierung erinnert an frühe Monumental-Farbfilme wie „Vom Winde verweht“: Farbenprächtige Sonnenuntergänge, malerische Landschaften und sehenswerte Kulissen. Das sieht alles schön altmodisch nach Technicolor und Cinemascope aus, wirkt aber manchmal zu sehr wie eine Filmkulisse und zu schön, um wahr sein.

Die  Handlung ist solide, aber wie gesagt, leider auch kitschig. Humor ist selten und wirklich sensationelle Einfälle, Dialoge oder Kunstgriffe sind Fehlanzeige. Es hätte keinen Steven Spielberg gebraucht, um diesen Film zu drehen - oder Spielberg wird langsam alt.

Die Darsteller sind allesamt sehr unauffällig, die von ihnen gespielten Figuren sind manchmal schlicht langweilige und blasse Gutmenschen ohne Tiefgang.

Insgesamt ein durchschnittlicher Film mit gelegentlich packenden Momenten und Bildern. Leider auch etwas altmodisch, schnulzig und bieder.

Einen kleinen Bonus muss ich aber dafür verleihen, dass der Streifen im Ersten Weltkrieg spielt. Hollywood ignoriert diese Zeit viel zu sehr.

Meine Wertung: 6 von 10 Punkten

1 Anmerkungen

  1. von brisbyde gepostet
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