Filmkritik: The Expendables 2 (Action, im Kino)

Hauptdarsteller: Sylvester Stallone, Jean-Claude van Damme, Jason Statham, Dolph Lundgren, Jet Li, Randy Couture, Liam Hemsworth, Nan Yu, Chuck Norris, Arnold Schwarzenegger, Bruce Willis

Regie: Simon West

Zur Handlung:

Naja, das mit der Handlung können wir kurz fassen.

- Die Expendables werden bei einer vermeintlich simplen Bergungsmission von einigen Fieslingen überfallen und einer der Expendables wird vom kaltblütigen Vilain (van Damme) ermordet. Die Söldner schwören Rache und die Mission ist jetzt ganz klar: „Suchen, finden, töten!“

Meine Meinung:

Ich war vom ersten Film etwas enttäuscht, weil es nicht wirklich ein klassischer, reaktionärer Metzel- und Baller-Action-Film wie in den 80ern war. Das Drehbuch war nichts Halbes und nichts Ganzes, mit nur erstaunlich wenigen wirklich guten Action-Szenen.

Außerdem war es eigentlich nur eine Stallone & Statham-Show, die anderen Action-Legenden waren kaum zu sehen. Und die Auftritte von Willis und Schwarzenegger waren so dermaßen kurz, dass ich mir ein bisschen betrogen vorkam. Aber das war damals und nun haben wir hier die Fortsetzung.

„The Expendables 2“ ist in fast jeder Hinsicht deutlich besser als der Erstling. Es gibt von allem mehr und endlich konzentriert man einfach mal auf das Wesentliche: Irres Geballer und Macho-Sprüche.

Es gibt mehr Blut und Schießereien, die auch besser, aufwendiger und unterhaltsamer inszeniert sind als früher. Die kaum vorhandene Story ist nur das Gerüst für das pyrotechnische Inferno, das sich auf der Leinwand abspielt - und so soll es auch sein.

Auch bei den Figuren wurde viel besser gemacht und man hat das Gefühl, dass jetzt auch mal ein paar der anderen Söldner im Rampenlicht stehen und nicht nur Sylvester Stallone und Jason Statham. Besonders Dolph Lundgren hat einige herrlich lustige Szenen und Sätze. Allgemein sind die Dialoge deutlich witziger und der Film nimmt sich auch nicht immer komplett ernst.

Großes Lob geht an Jean-Claude van Damme, der ein großartiger Oberbösewicht und immer noch beachtlich in Form ist, trotz einiger Ringe unter den Augen. Van Damme beeindruckt durch seine Ausstrahlung und ist damit ebenfalls eine Steigerung im Vergleich zum ersten Teil, wo Eric Roberts mehr oder weniger langweilig blieb.

Endlich haben auch Schwarzenegger und Willis mal echte Rollen im Film und greifen aktiv mit Feuerkraft in das Geschehen ein, inklusive vieler cooler Sprüche und Seitenhiebe.

Und Chuck Norris? Sein Auftritt ist kultverdächtig und spielt mit Norris’ Image als unbesiegbarer Kampfmaschine. Sogar ein Chuck-Norris-Witz wurde eingebaut.

Wenn ich negative Dinge erwähnen müsste, dann nur die Kameraarbeit. Es gibt viel zu viele Nahaufnahmen, die auch manchmal so konfus und schnell geschnitten sind, dass man manchmal nicht sagen kann, wer auf wen schießt oder wer wen gerade wohin geschlagen hat. Das hätte man lösen können, z.B. indem bei Kämpfen die Kamera über die Schulter eines der Kämpfer filmt. Dadurch hätte man BEIDE gleichzeitig im Bild anstatt jeden nur getrennt. Aber so mangelt es manchmal an Übersicht.

Beispiel: In einer Szene errichten die Expendables eine Straßensperre, um einen LKW-Konvoi abzufangen. Die Kamera zeigt zuerst nur die feindlichen LKW-Fahrer in Nahaufnahme frontal von vorn, man sieht also nicht, in welche Richtung sie fahren. Nächste Szene: Die Kamera zeigt diesmal die Helden nah und frontal von vorn, wie sie in die Ferne blicken. Der Zuschauer sieht also weder, was die Bösen sehen, noch das, was die Guten sehen.

Man kann nur spekulieren, dass die Helden den Konvoi schon sehen können. Aber wie weit ist er denn weg von ihnen? Stehen sie überhaupt auf der gleichen Straße? Eine Totalaufnahme aus einiger Entfernung hätte das einfach klären können. - Solche Mängel bei der Kameraperspektive haben mich ein bisschen geärgert.

Ansonsten könnte ich höchstens noch mäkeln, dass Schwarzenegger und Stallone die gleiche Synchronstimme haben. Aber lieber zweimal den gewohnten Sprecher als plötzlich eine neue, ungewohnte Stimme einzuführen.

Doch insgesamt liefert „The Expendables 2“ das, was uns der erste Teil damals so vollmundig versprochen hatte: eine Verbeugung vor dem klassischen Action-Kino und seinen Helden. Alle Tugenden und liebgewonnenen Klischees dieses Genres werden zelebriert und jeder Action-Fan wird großen Spaß daran haben.

Meine Wertung: 8 von 10 Punkten.

(Zum Vergleich meine Wertung für den 1. Teil von „The Expendables“: 6 von 10 Punkten)

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